Allgemeine Infos

Was ist die SVA?

Was ist die Studienvorbereitende Ausbildung (SVA)?

Neben der Breitenausbildung bietet die Musikschule Friedrichshain-Kreuzberg die Studienvorbereitende Ausbildung (SVA) an. Sie ist für Schülerinnen und Schüler gedacht, die sich auf eine Aufnahmeprüfung an einer Musikhochschule oder dem Bach-Gymnasium vorbereiten möchten.

Erwartet werden Begabung und überdurchschnittliches Können auf dem Instrument. Für den Zugang in unsere Studienvorbereitende Abteilung ist das Bestehen einer Aufnahmeprüfung zwingend erforderlich.

Details zum Umfang der Ausbildung in der Studienvorbereitenden Abteilung sowie zu den Aufnahmeprüfungen finden Sie auf den Seiten der links genannten Teilbereiche Klassik, Jazz und Pop.

Die Ausbildung in der Studienvorbereitung umfasst ein breites Fächerangebot auf hohem künstlerischem und pädagogischem Niveau. Angesichts der großzügigen finanziellen Vergünstigung, ist es einer Vergabe eines öffentlichen Stipendiums gleichzusetzen.

Der Zugang zur SVA ist in der Regel ab einem Alter von 13 bis 23 Jahren möglich. Eine Ausnahmeregelung besteht für Schüler*innen, die eine Aufnahmeprüfung am Bach-Gymnasium anstreben, wo besonders begabte Schüler*innen schon ab der 6. Klasse aufgenommen werden können. Dementsprechend setzt die Förderung dieser Kinder schon ein bis zwei Jahre früher ein.

Die Studienvorbereitung ermöglicht eine umfassende Vorbereitung auf unterschiedliche Studiengänge in den Fachrichtungen Musik und Musikpädagogik.

Der Fächerkanon in der SVA richtet sich nach den Aufnahmebedingungen der jeweiligen angestrebten Studienrichtung und wird individuell zusammengestellt.

Er beinhaltet:

  • 60-90 Min. instrumentales Hauptfach
  • 45 Min. Pflichtfach
  • 45-90 Min. Musiktheorie und Gehörbildung
  • 45-90 Min. Mitwirkung in einem Ensemble der Musikschule

Nähere Informationen hierzu finden Sie auf den Seiten der links genannten Teilbereiche Klassik, Jazz und Pop.

Kosten

Was kostet die Studienvorbereitende Ausbildung?

Der Fächerkanon in der SVA richtet sich nach den Aufnahmebedingungen der jeweiligen angestrebten Studienrichtung und wird individuell zusammengestellt.

Grundsätzlich beinhaltet er:

  • 60-90 Min. instrumentales Hauptfach
  • 45 Min. Pflichtfach
  • 45-90 Min. Musiktheorie und Gehörbildung
  • 45-90 Min. Mitwirkung in einem Ensemble der Musikschule

Das Paket aus verschiedenen Unterrichten kostet 93,20€ / Monat. Bei Vertragsabschluss ist einmalig eine Gebühr von 6,00€ pro Unterrichtsfach zu bezahlen.

Gebäude und Kiez

Gebäude und Kiez

Mariannenplatz und Zellestraße

Die Musikschule verfügt über zwei architektonisch interessante Standorte. Beide stehen unter Denkmalschutz. Den Mariannenplatz in Kreuzberg prägt seit 1847 ein vom preußischen König Friedrich Wilhelm IV. initiiertes Institut zur Ausbildung von Krankenpflegerinnen, das heutige Künstlerhaus Bethanien.
In der Friedrichshainer Zellestraße wurde 1914 in den letzten Jahren des Kaiserreiches nach Plänen des damaligen bedeutenden Berliner Stadtbaurates eine Hilfsschule für lernbehinderte Kinder fertiggestellt. Beide ehemalige Bestimmungen haben schon sehr lange der musischen Bildung Platz gemacht.
Unentwegt werden Instrumente hinein und hinausgetragen. Die in den Häusern hörbare Summe aller Klänge verbindet Menschen jeden Alters.

Täglich gehen viele hochkompetente Musiker*innen als Lehrer*innen ein und aus. Manche arbeiten hier im Mittelpunkt ihrer Tätigkeit während der ganzen Woche, manche kommen beispielsweise nach ihrem Dienst in der Staatskapelle oder der Komischen Oper hierher, manche vom Unterrichten an der HfM Hanns Eisler oder der Universität der Künste, manche kommen von einer Klassik-, Jazz- oder Pop-Produktion, welche das Land im Fernsehen sieht oder aus weit entfernten Ländern von einer Tournee, um zu unterrichten, bevor die nächste beginnt.
Kinder der musikalischen Früherziehung füllen die Gänge hin und wieder klangvoll, jugendliche Schüler*innen freuen sich auf den Einzelunterricht und treten zur Seite.

Mitten in Kreuzberg

Am Kreuzberger Mariannenplatz wirkt das ehemalige Central-Diakonissen-Haus Bethanien mit mächtigen Dimensionen eines großen Schlosses, zwei 35 Meter hohe Türme markieren den Eingang. Der von Peter Joseph Lenné als Schmuckplatz angelegte Mariannenplatz stellt einen urbanen Glücksfall dar. Verlässt man das Bethanien, öffnet sich ein Blick von 480 Metern nach links und rechts, die gegenüberliegenden Häuser sind 110 Meter entfernt. Die Atmosphäre um Bethanien und Mariannenplatz ist ebenso stark wie einzigartig. Königliche Stadtplanung, quirliges Leben der allgegenwärtigen Migrationsmischkultur, aktuell starke Zuwanderung hipper und bürgerlicher Anwohner*innen mischt sich mit einem riesigen Gebäude voller Kulturschaffender aus Musik, Theater und bildender Kunst, in welchem Graffitis den Wänden viele Botschaften hinzufügen.

Touristengruppen mit Stadtführern beleben die Kulisse im Viertelstundentakt. Alles zusammen ergibt Kreuzberger Kultstatus.
Dieser ist schon länger magnetisch. Auch Heiner Müller lebte am Mariannenplatz, bis heute ist ein Haus am Bethanien in der Nachfolge anarchischer Gruppen bewohnt, deren Mitbewohner auch Rio Reiser war. Das ist von historischer Bedeutung, denn ohne die Besetzung des Bethaniens hätten wir es nicht mehr, der Berliner Senat war 1968 (!) dabei, seinen Beschluss zum Abriss umzusetzen. Die „Ärzte“ gaben auf dem Platz ihr 20-Jahres-Jubiläumskonzert vor 35.000 Zuschauern. Im Gebäude erklingen nach wie vor die Werke von Bach, Beethoven, Mozart und den vielen anderen großen Geistern der klassischen Tonkunst. Täglich wird an deren feinsinniger Interpretation gearbeitet.
Die Musikschule profitiert von hohen Gängen des Bethaniens und vielen ebenso großzügig angelegten lichtvollen Räumen. Backstein und sehr große Fenster prägen das Gebäude, gewürzt mit romanischen Anklängen. Es dauert einige Minuten, bis man das Büro der Musikschule erreicht. Der Weg führt an der Apotheke von Theodor Fontane vorbei, der auch als wichtigster Zeitzeuge Preußens im 19. Jhd. gilt. Manche Erstbesucher verirren sich und müssen zum Pförtner zurück.

Friedrichshainer Kiez

In der Friedrichshainer Zellestraße fällt eine typische Schulfassade im Stil des späten Kaiserreiches auf. Im Sinne des Historismus mischt sich einiges von antiken mediterranen Säulen als wichtigstes Element der Schmuckfassade bis zu ebenfalls romanischen Anklängen in der Fensterform des Erdgeschosses. Dieses war eine Turnhalle und wurde innerhalb einer sehr aufwändigen denkmalgerechten Sanierung des Gesamtgebäudes äußerst erfolgreich in einen Konzertsaal verwandelt. Der bietet mehr als 200 Personen Platz und kann - was eine erhebliche Überraschung darstellte - klanglich in der Berliner Liga der bekannten Säle für Kammermusik mitspielen. Auf der Bühne findet sich neben einem Steinway-D-Flügel auch ein Cembalo. Mit im Saal installierter professioneller Bühnentechnik lässt sich hier jede der notwendigen Lichtstimmungen einrichten.

Dieser Saal wird natürlicherweise im Bewusstsein der Öffentlichkeit vorrücken, aktuell hat der Wettbewerb „Jugend musiziert“ die Akustik ausprobiert. Architektur ermöglicht hier inspirierenden Klang, so prägt der Konzertsaal die Wahrnehmung des Standortes Friedrichshain.

Das gesamte Gebäude wurde bautechnisch kenntnisreich den Bedürfnissen einer Musikschule angepasst, gut gestaltete Schallabsorber finden sich in allen Räumen, freundliche Farben der Türen geben dem Gebäude einladenden Charakter. Spannend wird der noch bevorstehende Ausbau des Daches, es gilt einen riesigen Satteldachraum mit 8 Metern Höhe in der Mitte einer neuen Nutzung anzupassen. Die Gelder sind bewilligt…

In der Gebäudeaura des Friedrichshainer Standortes schwingt eine besondere Facette. Hier wurde in der DDR eine außergewöhnlich wirkkräftige Ausbildungsstätte für Unterhaltungsmusiker angesiedelt.
Besonders in den 1960er und 1970er Jahren lernten hier u. a. die Musiker der Bands Karat, City, Silly, Puhdys, Pankow, Klaus Renft Combo und Karussell ihr Handwerk. Eine nicht überhörbare Anzahl erfolgreich produzierter Titel wird immer noch und sogar verstärkt in den Medien gesendet. „Über sieben Brücken musst du geh‘n“ stellte sozusagen einen Wirtschaftsfaktor dar, der Song aus der DDR wurde im Westen gecovert, mit unglaublichem Erfolg.
Sieht man die alten Fotos, welche auch das Gebäude abbilden, kann man ebenfalls von Kult sprechen - und sich anschließend über die jüngst erfolgte Modernisierung freuen.
Historische Architektur unter Denkmalsschutz und echtes Leben, in welchem alle Alters- und Interessengruppen äußerst klangvoll auch mit Nachbarn zusammenleben, in der Musikschule Friedrichshain-Kreuzberg wurde es möglich.

Text: Frank Hill, Fotos: Max Mille